Jochen Mühlenbrink
Mal Heur
12. Juni - 31. Juli 2010
FRISCH stellt ab dem 11. Juni den jungen Maler Jochen Mühlenbrink (*1980) erstmals mit einer Einzelausstellung in Berlin vor. Die Ausstellung ‘Mal Heur’ zeigt eine Auswahl repräsentativer Malerei und Graphik aus den Jahren 2006 bis 2010.
Jochen Mühlenbrink wählt in der Regel schlichte, beiläufige Motive, an denen er seine malerischen Anliegen entzündet. So entwickeln beispielsweise asphaltierte oder verschneite Flächen ein Eigenleben und ihre differenzierte Gestaltung avanciert zum eigentlichen Thema der Bilder.
Trotz ihrer Einfachheit sind fast alle Motive auf Jochen Mühlenbrinks Bildern unheilschwanger und bekommen damit oftmals ein Potential zur Sonderbarkeit. Das 'Unglück', das sie verkünden, kann so kurzfristig und harmlos sein wie ein Autostau, so verhängnisvoll wie ein in Flammen aufgehender ICE oder auch so merkwürdig wie eine komplett von Schneemassen verschluckte Siedlung.
Gleichzeitig ist mit 'Mal Heur' aber auch die 'Malstunde' gemeint oder sogar das 'Malerglück'. Zusammen genommen deuten Malerglück und Missgeschick auf kleine Unfälle während des Malprozesses hin sowie auf das Scheitern und Verwerfen von Bildideen. Jochen Mühlenbrink integriert diese 'Unglücke' ganz bewusst in seinen Arbeitsprozess. Indem er bestehende Bilder übermalt – etwa eine brennende Kathedrale in einen brennenden ICE transformiert – oder zufällige Farbspuren durch minimale Eingriffe zu gültigen Kompositionen umformuliert, werden die Missgeschicke als Initialzünder für neue Bilder nutzbar gemacht.
Die Ausstellung bietet einen Einblick in wesentliche Aspekte und Fragestellungen von Jochen Mühlenbrinks bisherigem Schaffen, etwa die Erforschung der Grenzen zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, die Verbindung von Zufall und Planung, den Einsatz von Schrift und die Grenzen ihrer Lesbarkeit oder die An- und Abwesenheit des Menschen in den Bildern.
Anlässlich der Verleihung des Förderpreises für Malerei 2010 der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg an Jochen Mühlenbrink ist ein Katalog erschienen.
Im Radius-Verlag wurde außerdem 2010 das Buch “Laster. Jochen Mühlenbrink. Malerei” mit einem Text von Siegfried Gohr veröffentlicht.
Beide Publikationen sind bei FRISCH erhältlich.
Jochen Mühlenbrink
Jochen Mühlenbrink wurde 1980 in Freiburg im Breisgau geboren. Nach einem Studienaufenthalt an der Academy of Arts S.F. in San Francisco (USA) 1997-1998, studierte er von 2001-2006 an der Kunstakademie Düsseldorf. 2007 Akademiebrief und Meisterschüler von Markus Lüpertz. Seit 2004 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen. 2010 wurde Jochen Mühlenbrink mit dem Förderpreis für Malerei der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg ausgezeichnet sowie vom Museum Van Bommel van Dam, Venlo (NL) für den gleichnamigen Preis 2010 nominiert.
Jochen Mühlenbrink lebt und arbeitet in Düsseldorf und Oldenburg.
Rundgänge durch die Ausstellung:
Samstag, den 3. Juli um 15 Uhr in Deutsch
Samstag, den 24. Juli um 14 Uhr in Englisch und um 16 Uhr in Deutsch (im Gespräch mit Jochen Mühlenbrink)
Keine Anmeldung erforderlich.
